| Gemeinde | Kreuzlingen | ||
| Ortsgemeinde 1970 | Kreuzlingen | ||
| Siedlung | Emmishofen | ||
| Flurnamengebiet | Bärnegg | ||
| Namenbuch | Redinghuus, Bärnegg | ||
| Strasse | Berneggstrasse 6 | ||
| Assek-Nr. | 39/7-0306 | ||
| Parzelle | 8503 | ||
| Schutzziele | Eigenwert: Zu erhalten und zu pflegen ist die Substanz des Gebäudes, das im Äusseren von herausragender und im Inneren von überragender kulturhistorischer Bedeutung ist. Substanziell zu erhalten sind im Äusseren die für den Gesamtbau charakteristischen Konstruktions- und Gestaltungselemente. Substanziell zu erhalten sind im Inneren die historischen Oberflächen und Ausstattungselemente in ihrer Materialität und Formensprache. Denkmalgerechte Anpassungen sind möglich. Schutzumfang: Die Detaillierung des Schutzumfangs ist anhand eines konkreten Bau- oder Veräusserungsvorhabens mit dem Amt für Denkmalpflege sowie der Gemeinde zu definieren. Situationswert/Umgebung: Zu erhalten und zu pflegen ist die ortsbauliche Situation mit ihrer charakteristischen Umgebung, in welcher das wertvolle Objekt wirkt und wahrgenommen wird. | ||
| Nutzungsplanung | Dorfzone 3+, Gestaltungsplanpflicht, Umgebungsschutzzone, Gestaltungsplan, ÖREB-Kulturobjekt | ||
| Ortsbildinventar nach ISOS | Baugruppe 0.14 (A-Baugruppe), Einzelelement 0.14.1 (Schützenswertes Einzelelement) | ||
| Koord. Ost | 2729264 | Koord. Nord | 1278462 |
| Heutige Nutzung | Schloss Wohnhaus | ||
| Ursp. Nutzung | |||
| Gebäudename | Bernegg | ||
| Schutzstatus | Schutz rechtskräftig | ||
| Aktuelle Einstufung | wertvoll, Ordentliche Revision | 2023 | |
| Link zu den Einstufungskategorien | |||
| Erstes Inventar | 1993 | ||
| Instanz | Verzeichnis | Eintrag | Datum |
|---|---|---|---|
| Bund | Kulturgüterinventar KGS | B-Objekt | 13.10.2021 |
| Gemeinde | Einzelverfügung | 29.07.2008 |
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Landsitz Bernegg, Kern um 1600, heutiges Erscheinungsbild um 1800. Landsitz, bestehend aus viergeschossigem Mittelbau mit Mansardwalmdach und zwei zweigeschossigen Flügeln, nördlicher mit Giebeldach, südlicher mit Dachterrasse. Fassadengliederung durch regelmässige Befensterung. Fassaden mit modernem Abrieb. In Westfassade des Mitteltrakts das Hauptportal mit zweiflügliger segmentbogiger Rahmenfüllungstüre mit Ziergitter, eingefasst von Natursteingewände mit Diamantquaderung. Im Schlussstein das Familienwappen, darüber verglastes Vordach. In der Ostfassade des Mitteltrakts ein Gartenausgang, gerahmt von eingeschossigem historistischem Balkonanbau mit gusseisernen Stützen und schmiedeeisernen Ziergeländern als Brüstung. In Westfassade des Nordtrakts ein weiterer Eingang mit Rahmenfüllungstür mit Ziergitter und beim südlichen Flügel ein Eingang mit Brettertüre und ein doppeltüriges Garagentor. Fenster am Mitteltrakt mit Naturstein- oder Kunststeingewänden. Restliche Fenstergewände und Jalousieklappläden aus Holz. An Nordfassade eine zweigeschossige Balkonanlage mit gusseisernen Stützen und schmiedeeisernen Ziergeländern. Mittig auf dem Dach des Mitteltrakts ein über Eck gestelltes Türmchen mit Eternitschindelschirm. Östlich auf Mitteltrakt zwei, südlich ein Dachhäuschen. Östlich auf dem Nordflügel ebenfalls ein Dachhäuschen. Historische Innenausstattung erhalten: u. a. Treppenhaus von 1789, weiss glasierter klassizistischer Zylinderofen, Ahnensaal des Merhart'schen Fideikommisses, Hauskapelle mit spätbarockem Altar, Merhart'sche Bibliothek. Die Schlossanlage steht auf einem kleinen Plateau, das gegen Norden abfällt, inmitten einer Parkanlage mit historischem Baumbestand. Es bildet gegen Westen zusammen mit dem ehemaligen Ökonomiegebäude (Berneggstrasse 8 und 8a) eine gekieste Hofsituation, die durch ein schmiedeeisernes, verziertes Tor gegen Süden abgeschlossen ist. 1292 Ort erstmals urkundlich erwähnt. An dieser Stelle später der Gottschalkenhof mit Haus und Speicher. Um 1600 Neubau von kleinem Landhaus ohne Unterkellerung (Nordfügel). 1623 Gut zum Freisitz erklärt. 1645 Unterkellerung und Umnutzung des Erdgeschosses. Seit 1702 im Besitz der Familie Merhart. 1789 Erweiterung durch viergeschossigen Mitteltrakt und Ökonomieteil im Südflügel mit Giebeldach. 1871 und um 1900 laut Brandkataster eingreifende Umbauten (Balkonanbauten, Umbau Südtrakt mit Dachterrasse, Ersatz des Uhrtürmchens durch heutigen Dachreiter nach Vorbild des Sallmann'schen Hauses). 1951 Renovation, Einbau Zentralheizung. 1970 und 1995 Renovationen, seit 2006 Renovationen und Umgestaltung der Umgebung. 2023 Veränderung der Zufahrt mit Strassenverlegung und Vergrösserung der Parkanlage. Das Gebäude zählt aufgrund seiner geschichtlichen, handwerklichen und gestalterischen Eigenschaften sowie durch seine erhaltene historische Innenausstattung zu den bedeutenden Bauten am Ort. Dokumentation: Brandkataster Staatsarchiv TG. - Erni, Peter/Raimann, Alfons. Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau. Band 7: Der Bezirk Kreuzlingen I. Die Stadt Kreuzlingen. Bern 2009, S. 245-251. - ibid Altbau AG, Ergänzungen zum Hinweisinventar Emmishofen Oberdorf Kreuzlingen, Winterthur 2007, Typoskript Stadt Kreuzlingen. – Bildarchiv Weltin, Stadt Frauenfeld. – Dendrochronologischer Bericht vom 12.08.2008. Jahrringlabor Hofmann, Nürtingen. Archiv des Amtes für Denkmalpflege. – Engelsing, Tobias/Reene, Anne-Katrin: Schlösser am See. Burgen und Landsitze am westlichen Bodensee. Konstanz 2012, S. 34-35. – Das Bürgerhaus in der Schweiz, XIX. Band, Zürich 1928, Tafel 55. - Gemeinderat (Hg.). Kreuzlingen. Vergangenheit und Gegenwart. Kreuzlingen 1934, S. 64. - Strauss, Hermann. Das Schlösschen Bernegg. In: Beiträge zur Ortsgeschichte von Kreuzlingen Heft VII, S. 16-39. |