Hinweisinventar Bauten

Daten Amtliche Vermessung
Gemeinde Amriswil
Ortsgemeinde 1970 Räuchlisberg
Siedlung Hagenwil
Flurnamengebiet Hagenwil
Namenbuch Unders Aache, Dorf, Schloss, Oberdorf, Räbhüsli, Huswis, Tobel, Chälleragger, Hagewiil
Strasse Schloss-Strasse 1
Assek-Nr. 06/4-1134
Parzelle 5783
Schutzziele
Schutzziele Eigenwert: Zu erhalten und zu pflegen ist die Substanz des Gebäudes, das im Äusseren von herausragender und im Inneren von überragender kulturhistorischer Bedeutung ist. Substanziell zu erhalten sind im Äusseren die für den Gesamtbau charakteristischen Konstruktions- und Gestaltungselemente. Substanziell zu erhalten sind im Inneren die historischen Oberflächen und Ausstattungselemente in ihrer Materialität und Formensprache. Denkmalgerechte Anpassungen sind möglich. Schutzumfang: Die Detaillierung des Schutzumfangs ist anhand eines konkreten Bau- oder Veräusserungsvorhabens mit dem Amt für Denkmalpflege sowie der Gemeinde zu definieren. Situationswert/Umgebung: Zu erhalten und zu pflegen ist die ortsbauliche Situation mit ihrer charakteristischen Umgebung, in welcher das wertvolle Objekt wirkt und wahrgenommen wird.
Nutzungsplanung und ISOS
Nutzungsplanung Dorfzone 2, Ortsbildschutzzone, ÖREB-Kulturobjekt
Ortsbildinventar nach ISOS Baugruppe 0.1 (A-Baugruppe), Einzelelement 0.1.1 (Schützenswertes Einzelelement)
Daten Hinweisinventar und IDEGO
Koord. Ost 2740555 Koord. Nord 1265937
Heutige Nutzung Schloss Wohnhaus Restaurant
Ursp. Nutzung
Gebäudename Schloss
Schutzstatus Schutz rechtskräftig
Aktuelle Einstufung besonders wertvoll, Ordentliche Revision 2004
Link zu den Einstufungskategorien
Erstes Inventar 1986
Passfoto
Passfoto 06/4-1134

Dateiname: 01_224_23.jpg

Inventar- und Schutzeinträge (ohne Gewähr auf Vollständigkeit)
Instanz Verzeichnis Eintrag Datum
Bund Kulturgüterinventar KGS A-Objekt 13.10.2021
Bund Schutzliste Bundesamt für Kultur (BAK) ö.-r. Anmerkung 02.07.2020
Bund Schutzliste Bundesamt für Kultur (BAK) ö.-r. Anmerkung 27.02.2013
Gemeinde Schutzplan Kulturobjekte 24.10.2007
Bund Schutzliste Bundesamt für Kultur (BAK) Dienstbarkeit 06.08.1996
Baugeschichte, Beschreibung, Dokumentation
Wasserschloss, wiedererbaut wohl im 15. Jh., im Kern 13. Jh.

Aus einem viergeschossigen Turm, einem Innenhof und einem Bering mit hölzernen Aufbauten bestehend. Eine Vor- und Zugbrücke bildet den Zugang durch ein Rundbogentor, über dem sich eine Nische mit einem Heiligenbild öffnet. Turm aus mächtigen Findlingssteinen mit bretterverschaltem, vorkragendem Obergaden und Krüppelwalmdach. Der Bering wird aus einem Torturm, Osttrakt, Nordtrakt und einem Ringmauerabschnitt gebildet. Dem aus teilweise verputzten Findlings- oder Bollensteinen bestehenden Sockelgeschoss des Berings sind ein- bzw. zweigeschossige, vorkragende Fachwerkobergaden oder Wehrgangaufbauten aufgesetzt. Fensterreihung mit Ladenkasten und regelmässige Befensterung teilweise mit Schlagläden. Walm-, Krüppelwalm-, Giebel- und Pultdächer sind mit Biberschwanz- und Hohlziegeln bedeckt. Dachreiter mit Glocke auf Torturm.
Inneres mit bedeutender historischer Ausstattung.

Markantes Gebäude schliesst westlichen Dorfrand zu Torfmoor Hudelmoos ab. Die Burganlage ist von einem rund 3 m tiefen, weiherartigen Wassergraben umgeben.

1264 Ersterwähnung Burg. Seit 1504 Schloss genannt. 1415-1425 Brandzerstörung und Wiederaufbau. 1937 Gesamtrestaurierung. 1987 Dendrochronologische Datierungen: 1192/93 ?, 1414-1416, 1416/17, 1417/18, 1441/42 ?, 1444/45 ?, 1483-1483/84 ?, 1523, um 1565, ca. 1570, um 1575, 1723, nicht vor 1763, 1783/84, 1789/90; nach 1791. 1994/95 Fassadenrenovation. 2003/04 Toiletten- und Lifteinbau. 2011 Restaurierung Torturmstübli. 1970, 1992, 1996, 2007, 2008, 2009, 2013 mit Beiträgen des Amts für Denkmalpflege restauriert.

Das Gebäude zählt aufgrund seiner geschichtlichen, handwerklichen und ortsbaulichen Eigenschaft sowie seiner Seltenheit, seiner herausragenden Situation und seiner bedeutenden historischen Ausstattung zu den bedeutendsten Bauten von Amriswil.

Dokumentation: Amt für Denkmalpflege, Budget-Berichte 1975, S. 50f., 1993, S. 36, 1996, S. 5ff. - Dendrochronologischer Bericht vom 15.05.1985. Laboratoire Romand de Dendrochronologie, Moudon. - Dendrochronologischer Bericht vom 20.06.1995. Büro für Archäologie der Stadt Zürich, Dendrolabor. Archiv des Amtes für Denkmalpflege. - ICOMOS Liste historischer Gärten und Anlagen der Schweiz / Kanton Thurgau. 1997. Exemplar im Amt für Denkmalpflege, Frauenfeld. - Dendrochronologischer Bericht vom 07.09.2006. Laboratoire Romand de Dendrochronologie, Moudon. Archiv des Amtes für Denkmalpflege. - Dendrochronologischer Bericht vom 30.01.2007. Jahrringlabor Hofmann, Nürtingen. Archiv des Amtes für Denkmalpflege. - Dendrochronologischer Bericht vom 25.07.2012. Amt für Archäologie des Kantons Thurgau. Archiv des Amtes für Denkmalpflege. - Dendrochronologischer Bericht vom 06.08.2025. Amt für Archäologie des Kantons Thurgau. Archiv des Amtes für Denkmalpflege. - Brandkataster Staatsarchiv TG. - Knoepfli, Albert. Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau. Band 3: Der Bezirk Bischofszell. Basel 1962, S. 458-472. - Kunstführer durch die Schweiz. Hg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Band 1. Wabern 1971, S. 650f. - Müller, Ernst (Hg.). Der Thurgau in alten Ansichten. Druckgraphiken von 1500 bis um 1880. Frauenfeld 1992. Nr. 416. - Kulturschätze im Thurgau entdecken und erleben. Bearbeitet von Cornelia Stäheli. Fotos von Rolf A. Stähli. Frauenfeld 2003, S. 27. - Lanfranconi, Annina. Schloss Hagenwil - eine bauhistorische Untersuchung. Lizenziatsarbeit der Philosophischen Fakultät der Universität Zürich. 2007. - Lanfranconi, Annina. Schloss Hagenwil - eine bauhistorische Untersuchung. In: Mittelalter 2/2008. S. 82-94. - Ein Fall für... Die Denkmalstiftung Thurgau. Denkmalpflege im Thurgau 14. Basel 2012, S. 86-87. - De Carli-Lanfranconi, Annina. Schloss Hagenwil im Thurgau und die regionale Burgenarchitektur des Spätmittelalters. In: Visuelle Kultur und politischer Wandel - der südliche Bodenseeraum im Spätmittelalter zwischen Habsburg, Reich und Eidgenossenschaft. Beiträge der internationalen Tagung des Historischen Museums Thurgau vom 16./17. Januar 2014. Hg. Elke Jezler. Konstanz 2015, S. 95-101. - Verein Freunde des Wasserschlosses Hagenwil (Hg.). Wasserschloss Hagenwil. Die Sanierung des Schlosshofes, Restaurant und Wehrgang. Teil II. Amriswil 2021. - Licht- und Farbenzauber. Glasmalerei im Thurgau. Denkmalpflege im Thurgau 23. Basel 2022, S. 226 - 233. - Verein Freunde des Wasserschlosses Hagenwil (Hg.). Wasserschloss Hagenwil. Die Restaurierung der Schutzengelkapelle im Wasserschloss. Amriswil 2023. - Führer durch Bischofszell und Umgebung. Hg. Wirtschafts- und Verkehrskommission Bischofszell. Bischofszell 1927, S. 21.
Brandkataster
Kat.Jahr/Nr. Eigentümer (Uebernahme-Jahr) Bauperiode/Assekuranzwert/Hinweise

Burg Hagenwil erbaut vor 1264

1808: 163    Angehrn Joh. Benedikt        Florin 3'500, 1819 Florin
                                          5'700, mit Riegel; ab 1825
                                          mit Taverne zum 'Adler'
1848: 127    Angehrn Joh. Benedikt        dazugehörend eine Amlung-
                                          'Stärkemehl)-'fabrik',
                                          1853 Fr. 15'000.-
1868: 127    Angehrn Joh. Konrad          Fr. 18'000.-
1897: 601    Angehrn Wwe.                 Fr. 24'000.-
1908: 805    Angehrn Alfons (10)          1910 Fr. 40'000.-
1925: 1134   Angehrn Alfons               Fr. 45'000.-, 1938 Fr.
                                          60'000.-, Wirtschaft mit
                                          Beherbergungsrecht, 1938,
                                          weitere Renov.: 1937,1966,1968
Weitere Fotos
Zusatzfoto 06/4-1134
Dateiname: 01_224_22.jpg; Fotoart: Zusatzfoto
Amt für Denkmalpflege des Kantons Thurgau