Hinweisinventar Bauten

Daten Amtliche Vermessung
Gemeinde Arbon
Ortsgemeinde 1970 Arbon
Siedlung Arbon
Flurnamengebiet Arbon
Namenbuch Oberi Müliwis, Arbe, Lättli, Innere Brüel, Aach, Chirchewis, Täschgarte, Stettli, Bildgarte
Strasse Rathausgasse 1
Assek-Nr. 07/1-0537
Parzelle 3094
Schutzziele
Schutzziele Eigenwert: Zu erhalten und zu pflegen ist die Substanz des Gebäudes, das im Äusseren von herausragender und im Inneren von überragender kulturhistorischer Bedeutung ist. Substanziell zu erhalten sind im Äusseren die für den Gesamtbau charakteristischen Konstruktions- und Gestaltungselemente. Substanziell zu erhalten sind im Inneren die historischen Oberflächen und Ausstattungselemente in ihrer Materialität und Formensprache. Denkmalgerechte Anpassungen sind möglich. Schutzumfang: Die Detaillierung des Schutzumfangs ist anhand eines konkreten Bau- oder Veräusserungsvorhabens mit dem Amt für Denkmalpflege sowie der Gemeinde zu definieren. Situationswert/Umgebung: Zu erhalten und zu pflegen ist die ortsbauliche Situation mit ihrer charakteristischen Umgebung, in welcher das wertvolle Objekt wirkt und wahrgenommen wird.
Nutzungsplanung und ISOS
Nutzungsplanung Altstadtzone, Ortsbildschutzzone, ÖREB-Kulturobjekt
Ortsbildinventar nach ISOS Gebiet 1 (A-Gebiet), Einzelelement 1.0.12 (Schützenswertes Einzelelement)
Daten Hinweisinventar und IDEGO
Koord. Ost 2750321 Koord. Nord 1264595
Heutige Nutzung Bezirksgericht
Ursp. Nutzung Freisitz Rathaus Wohnhaus
Gebäudename Rathaus
Schutzstatus Schutz rechtskräftig
Aktuelle Einstufung besonders wertvoll, Ordentliche Revision 2008
Link zu den Einstufungskategorien
Erstes Inventar 1989
Passfoto
Passfoto 07/1-0537

Dateiname: 06_289_00.jpg

Inventar- und Schutzeinträge (ohne Gewähr auf Vollständigkeit)
Instanz Verzeichnis Eintrag Datum
Bund Kulturgüterinventar KGS B-Objekt 13.10.2021
Gemeinde Schutzplan Natur- und Kulturobjekte 10.09.2018
Bund Schutzliste Bundesamt für Kultur (BAK) ö.-r. Anmerkung 01.02.2000
Baugeschichte, Beschreibung, Dokumentation
Baukomplex aus drei Gebäuden. Kernbau ist ein dem südwestlichen Eckturm der Stadtmauer aufgestockter Freisitz; erbaut um 1310 (Dendrochronologische Datierung:1210-95). 1407 der Stadt Arbon vom Bischof von Konstanz geschenkt wegen des erlittenen Ungemachs in den Appenzellerkriegen. Im 15. Jahrhundert Sitz der Familie Entgasser (Lehensnehmer); deren 1466 datiertes Wappen erneuert an der Ostflanke. Umbau 1572 unter den Blarer von Wartensee; 1640 von der Stadt übernommen. 1791 wurde der über starker Hohlkehle vorkragende Fachwerkaufbau mit Mansardwalmdach und Glockentürmchen aufgesetzt durch Weinrath aus Feldkirch (Plan im Ortsmuseum). 1793-1941 Sitz der Stadtregierung und Bezirksgericht. Anschliessend Kantonspolizei. Renovation 1929 durch Architekt Oscar Linner. 26.03.1994 verheerender Dachstockbrand; Rekonstruktion des Mansarddaches mit Kuppeltürmchen. Restauriert 1976-77 (Aussenrestaurierung) und 1994-95 (nach Brand) mit Beiträgen des Amtes für Denkmalpflege.

Der mittelalterliche Kernbau ist der nahezu quadratische, dreigeschossige Unterbau aus verputztem Feldsteinmauerwerk; aufgemalte Eckquaderung, Zwillingsfenster mit gotischer Gewändeprofilierung. Stadtwappen an der Südseite, nach Vorlage des Stadtsiegels von 1384. Eingangsportal an der Ostseite mit zweiarmiger Treppenanlage; Türgewände frühes 18. Jh. Turmglocke aus der ehemaligen Spitalkapelle (auf dem nachmaligen Saurer Areal I). Stube mit spätgotischer Balkendecke und ehemals mit Renaissance-Turmofen (nun im Historischen Museum Frauenfeld); Teile einer weiteren gewölbten Decke. - Der nordseitige, gleichfluchtige Anbau (Pfisterei/Bäckerei) wird 1566 erstmals im Lehensvertrag erwähnt; 1908-41 Sitz der Gemeindeverwaltung. Als drittes Gebäude wird 1736 die katholische Schule an den Rathauskomplex angefügt (siehe Rathausgasse 3). - Erstrangiges Baudenkmal; als Eckturm der Stadtbefestigung und als Gebäudekomplex von höchstem kulturhistorischem Wert. Umgebungsschmuck: Eisenplastik 1994 von Toni Calzaferri.

Dokumentation: Brandkataster Staatsarchiv TG. - Arbon. Hinweisinventar alter Bauten und Ortsbilder im Kanton Thurgau. Hg. Amt für Denkmalpflege (Kartei im Amt für Denkmalpflege mit zusätzlichen Fotos). Frauenfeld 1989. - Das Bürgerhaus der Schweiz. XIX. Bd: Thurgau. Zürich 1928. S. XXXV u. Taf. 48. - Geisser, Hans. Geschichten erzählen Geschichte. Ein Streifzug durch Arbons Vergangenheit. Arbon 2005. S. 84, 118, 247. - Kulturschätze im Thurgau entdecken und erleben. Bearbeitet von Cornelia Stäheli. Fotos von Rolf A. Stähli. Frauenfeld 2003, S. 36/37. - Amt für Denkmalpflege, Kunstdenkmäler-Archiv, Budget-Berichte 1979, S. 10ff., 2000, S. 19ff. - Dendrochronologischer Bericht vom 20.06.1995. Büro für Archäologie der Stadt Zürich, Dendrolabor. - Larese, Dino. Thurgauer Jahrbuch 1951. Hg. Druck und Verlag Huber & Co. AG. Frauenfeld. S. 6-7. - Graf, Hans Joerg. Arbon. Bodensee. Verkehrsverein Arbon am Bodensee. Arbon 1991, S. 61. - Ortsgeschichtlicher Begleiter durch Arbon. Museumsgesellschaft Arbon / Ortsgemeinde Arbon / Verkehrsverein Arbon (Hg.). Arbon 1956, S. 13. - Rodel, E. Arbon. Stadt der Arbeit. Genossenschafts-Druckerei. Arbon 1945, S. 6. - Rodel, E. Arbon. Stadt der Arbeit. Genossenschafts-Druckerei. Arbon 1945, S. 15. - Arbon am Bodensee. Schweiz. Verkehrsbureau der Stadt St. Gallen. Buchdruckerei Hensenberger. Arbon 1928, S. 7.

Brandkataster
Kat.Jahr/Nr. Eigentümer (Uebernahme-Jahr) Bauperiode/Assekuranzwert/Hinweise

1640         Das Gebäude wird von der Stadt als Rathaus eingerichtet
1801 CN 1160 Stadtgut                     Gemeindehaus
     CN 1161                              Garten, Stadel?
     CN 1162                              Gemeindeplatz
     AN  110
1870         Ortsgemeinde
1938                                      letzte Ortsbürger-Versammlung
Weitere Fotos
Altes Passfoto 07/1-0537
Dateiname: 77_1214_16.jpg; Fotoart: Altes Passfoto
Amt für Denkmalpflege des Kantons Thurgau