Gemeinde | Bischofszell | ||
Ortsgemeinde 1970 | Bischofszell | ||
Siedlung | Bischofszell | ||
Flurnamengebiet | Altstadt | ||
Namenbuch | Spitool, Altstadt, Hirscheplatz, Schloss, Roosestogg, Räbstogg, Giil, Helzerhuus, Gruebplatz, Hoofplatz, Pelikaan, Bischofzäll, Verloores Loch | ||
Strasse | Kirchgasse 16.3 | ||
Assek-Nr. | 13/0-0231 | ||
Parzelle | 791 |
Schutzziele | Eigenwert: Zu erhalten und zu pflegen ist die Substanz des Gebäudes, das im Äusseren von herausragender und im Inneren von überragender kulturhistorischer Bedeutung ist. Substanziell zu erhalten sind im Äusseren die für den Gesamtbau charakteristischen Konstruktions- und Gestaltungselemente. Substanziell zu erhalten sind im Inneren die historischen Oberflächen und Ausstattungselemente in ihrer Materialität und Formensprache. Denkmalgerechte Anpassungen sind möglich. Schutzumfang: Die Detaillierung des Schutzumfangs ist anhand eines konkreten Bau- oder Veräusserungsvorhabens mit dem Amt für Denkmalpflege sowie der Gemeinde zu definieren. Situationswert/Umgebung: Zu erhalten und zu pflegen ist die ortsbauliche Situation mit ihrer charakteristischen Umgebung, in welcher das wertvolle Objekt wirkt und wahrgenommen wird. |
Nutzungsplanung | Altstadtzone, Weitere Ueberlagerung, Zone archaeologischer Funde, Umgebungsschutzzone, ÖREB-Kulturobjekt | ||
Ortsbildinventar nach ISOS | Gebiet 1 (A-Gebiet), Einzelelement 1.0.1 (Schützenswertes Einzelelement) |
Koord. Ost | 2735648 | Koord. Nord | 1261916 |
Heutige Nutzung | Katholische Stiftskirche Kirchturm | ||
Ursp. Nutzung | |||
Gebäudename | St. Pelagius | ||
Schutzstatus | Schutz rechtskräftig | ||
Aktuelle Einstufung | besonders wertvoll, Erstes Inventar | 2000 | |
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Instanz | Verzeichnis | Eintrag | Datum |
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Gemeinde | Schutzplan Natur- und Kulturobjekte | 19.09.2022 | |
Bund | Kulturgüterinventar KGS | A-Objekt | 27.11.2009 |
Bund | Schutzliste Bundesamt für Kultur (BAK) | Dienstbarkeit | 17.11.1970 |
Alte Stifts- und heutige katholische Gemeindekirche St. Pelagius. Ein erster Baubestand, eine dreischiffige Pfeilerbasilika mit Vorchor und abgeschrankten Seitenkapellen, lässt sich dem 9. Jahrhundert zuweisen; zu unbekannter Zeit erhielt das Gotteshaus auf der Südwestseite eine Begräbnishalle; im 12. Jahrhundert neue Raumunterteilung; ab 1295 Errichtung des Stiftschores, dem sich südostwärts die Allerheiligenkapelle, nordwestwärts die jüngere Muttergotteskapelle (1332 genannt) anschliessen; Turmbau nach 1400; Sakristei und ehemalige Beichtkapelle 1708/09. Eingreifende bauliche Veränderungen in den 1860er, 1870er und 1880er Jahren. Im Anschluss an die Restaurierung 1967-1971 wurde die Kirche unter Bundesschutz gestellt. Äusseres: Dreischiffige basilikale Anlage mit gerade schliessendem Nordostchor, dem sich unter Halbkuppeldach die Sakristei und ehemalige Beichtkapelle angliedert. Südwestportal (moderne Bronzetüre von Werner Jans) hinter dreibogig geöffnetem Vorraum von 1968. An der Südostflanke des Chores die nach aussen hin als bescheidener Querfirst bemerkbare Allerheiligenkapelle; an seiner Nordwestflanke nebst einer gemalten spätgotischen Christophorus-Darstellung die drei Zwerchgiebel der Muttergotteskapelle, auf die nordostwärts der sechsgeschossige, mit Zwiebelhaube und hoher, gegliederter Spitze ausgezeichnete Turm folgt; dessen Mauerflanken zeigen Gurtgesimse und Eckquaderung, seine neugotischen Schallöffnungen Masswerk. Inneres: Sechsjochige Unterteilung des Langhauses, das durch quadersichtige Spitzbogenarkaden mit achtseitigen Pfeilern des frühen 15. Jahrhunderts gegliedert und von einer Leistendecke überspannt wird; je sechs Spitzbogenfenster am Obergaden und an den Seitenschiffen; an der Südwest- und Südostwand hat sich ein Passionszyklus (um 1500, teilweise neu übertragene Fresken) lückenhaft erhalten; neben dem Nordwestzugang eine Muttergottesstatue des Grödener Bildschnitzers Conrad Martiner, 1905. Modern eingepasst sind: Decke, Böden, Bestuhlung, Farbfenster von Heinrich Stäubli, Südwestempore mit Orgel von Winfried Albiez, 1975. Vier Stufen erhöhter und durch spitzbogigen Triumphbogen vom Langhaus ausgeschiedener Chor; das Deckengemälde, 1770 vom Konstanzer Conrad Wenger gemalt, stellt die Marter des hl.Pelagius dar; Deckenstuckaturen von Georg Graf; Hochaltar von 1639/40, ein Werk des Konstanzer Schreiners F.Storrer und des Malers Sebastian Eberhart; Chorgestühl um 1750/70 (Neuaufstellung 1969), prunkvoller Priestersitz von Georg Graf, 1770; Chororgel von Neidhart & Lhôte, 1971. Die Allerheiligenkapelle (14. Jahrhundert und 1877/86) betritt man durch eine Schulterbogenöffnung auf der südöstlichen Seite des Chores; sie besitzt ein Tonnengewölbe sowie Reste vorreformatorischer Ausmalung (Jüngstes Gericht; Martyrium der Zehntausend Ritter) im Vorraum, und eine moderne Holzdecke im erhöhten, dahinter liegenden Raum; karge Innenausstattung von 1972. Die 1864-1867 unter Beibehaltung der alten Südostwand neu aufgeführte und dabei verlängerte Muttergotteskapelle auf der Nordwestseite des Chores wird durch ein sechsjochiges, kräftig ausgemaltes Kreuzgewölbe unterteilt; Masswerkfenster; durchschnittlicher neugotischer Altar; diverse Epitaphe des 18. Jahrhunderts; das einst hier aufgestellte Grabmonument der 1708 verstorbenen Baronin Maria Elisabeth von Thurn wurde 1968 in die Vorhalle des Südwestportals versetzt. Nördlich des Gotteshauses die gepflegte, ahornbestandene Kirchhofanlage, die von den Schottengass- und Hofplatzhäusern schützend umstellt ist; südwärts breitet sich eine Grünzone mit mächtigen Blutbuchen und einer Linde aus. Baujahr/-zeit: 1600/1709 Umbauten/Renov.: 1967-1971: Anbau; Renovation durch Franz Bucher, Architekt, Bischofszell (u.a. Einbau eines neuen Geläutes; Neugestaltung der Seiteneingänge) 2008 restauriert mit Beiträgen des Amtes für Denkmalpflege. Dokumentation: Knoepfli, Albert/Sendner-Rieger, Beatrice. Bischofszell. Basel 1994. S. 21-36. - Kunstführer durch die Schweiz. Hg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Band 1. Wabern 1971. S. 640-643. - Knoepfli, Albert. Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau. Band 3: Der Bezirk Bischofszell. Basel 1962. S. 155-229. - Amt für Denkmalpflege, Budget-Berichte 1967, Nr. 11, 1971, S. 7f., 1979, S. 39-42. - Brandkataster Staatsarchiv TG. - Güntert, Gabriela. Sie bauten den Thurgau: Die Architekten Brenner. Denkmalpflege im Thurgau 6. Frauenfeld 2004. Nr. 55. - Hux, Angelus / Troehler, Alexander. KlangRäume. Kirchen und Orgeln im Thurgau. Frauenfeld 2007, S. 106-113. - Müller, Ernst (Hg.). Der Thurgau in alten Ansichten. Druckgraphiken von 1500 bis um 1880. Frauenfeld 1992. Nr. 136. - wie bist du so schön. 50 Jahre Thurgauer Siedlung und Landschaft im Wandel. Denkmalpflege im Thurgau 11. Frauenfeld 2010, S. 120-121. - Abegg, Regine. Chorherrenstift, Stadtkirche und Michaelskapelle. Glauben im Alltag. In: Vom Bodensee nach Bischofszell. Alltag und Wirtschaft im 15. Jahrhundert. Hg. Volkart, Silvia. Reihe, Der Thurgau im späten Mittelalter, Bd. 2. Zürich 2015, S. 170-176. - Menolfi, Ernest. Hauptwil-Gottshaus. Frauenfeld 2011, S. 62-63. - Stadt Bischofszell. Schweizerische Kunstführer. Hg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Bern. - Knoepfli Albert. Bischofszell. Schweizerische Kunstführer. Hg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Basel 1975, S. 7-14. - Schweiwiler, Albert. Geschichte des Chorstifts St. Pelagius zu Bischofszell im Mittelalter. Frauenfeld 1918, S. 1, 5, 7-14. - Bridler, Theodor. Beiträge zur Geschichte Bischofszells. Lose Blätter aus der Vergangenheit unserer Stadt. (Separatdruck aus: Bischofszeller Nachrichten). Bischofszell 1926, S. 20-25. - Bridler, Theodor. Aus dem alten Bischofszell. Bischofszell 1943, S. 4. - Geiger, Arthur. Das Chorherrenstift St. Pelagius zu Bischofszell im Zeitalter der Katholischen Reform 1500-1700. Bern 1958, S. 29. - Knöpfli, Albert. Werden und Wachsen einer Kleinstadt. Die baugeschichtliche und künstlerische Entwicklung Bischofszells. In: Bischofszeller Ausstellung Fleissiges Volk. Wirtschaftliche Leistungsschau vom 27. August bis 6. September 1959, S. 37-39. |
Kat.Jahr/Nr. Eigentümer (Uebernahme-Jahr) Bauperiode/Assekuranzwert/Hinweise . Bis 1851 zusammen mit . . . . Ass.229 versichert . . . . . . . . 1851/231 Verwaltung des parität. 1851 Fr. 14'850 Turm/Stiegen- . Kirchenbaufondes . . werk/Uhr/ . . . . Glocken/ . . . . Glockenstuhl . . . . M und H . . . . . 1862/231 Paritätische Kirchenbau- 1862 Fr. 20'000 Turm M . fondverwaltung . . . . . 1864 Fr. 36'000 ? . . . . . 1877/231 Parität. Kirchenverwaltung 1877 Fr. 36'000 Turm etc. M . . 1888 Fr. 45'000 22b . . . . . 1897/231 Paritätische Kirchgemeinde 1897 Fr. 55'000 Turm/Uhr/ . . . . Glocken- . . . . stühle M . . . . . 1911/231 Paritätischer Kirchenbau 1911 Fr. 55'000 Kirchturm/ . Fond . . Glocken/Uhr M . . 1926 Fr. 83'000 22a . . . . . 1927/231 Paritätische Kirchgemeinde 1927 Fr. 83'000 Kirchturm M . . . . . 1947/231 Paritätische Kirchgemeinde 1947 Fr. 83'000 . . . 1951 Fr.130'000 . . Kathol. Kirchgemeinde (64) 1965 Fr.218'000 Kirchturm . . . . 6/7 M 1/7 H