Der Brandkataster von 1808 registriert hier ein Fachwerkhaus mit Scheune und gewölbtem Keller im Besitz des Friedensrichters Dölly, dann seiner Witwe. 1817/19 wurde dieses Haus abgebrochen und durch ein neues ersetzt, das ebenfalls einen gewölbten Keller hatte. Es ist die heutige 'Seeburg' -deren Baujahr 1818 auf dem Keilstein des Portals steht. Sie war 1877 im Besitz von J.P. Döllys Erben, kam dann an Erhard Wegmann, 1896 an Jean Streckeisen, 1897 an Vollmayer & Daum, 1903 an Frau Alexandra Prinzessin zu Ysenberg, 1905 an die Basler Löwenbrau, 1907 an die Chemische Industrie AG, 1908 an Johann (später John geschrieben) Oswald, 1912 an die Kurhaus Bad Uttwil AG, vielleicht schon 1917 an Albert Marchetti oder direkt 1920 an Louise Binswanger, 1923 an Albert Marchetti, 1926 an Paul Schubert. Bedeutende Wertvermehrungen fanden unter anderem statt: um 1880, 1896, 1909, 1923 und vor allem 1926 (von Fr. 60'000.- auf Fr. 100'000.-).
Mächtiger Baublock mit Mansardwalmdach und symmetrischen Fassaden. Vom ursprünglichen klassizistischen Schmuck sind an den Fassaden nur noch wenige Reste geblieben. An einem Portal Scheitelstein mit Jahreszahl 1818.
Überaus hoher Stellenwert des Baukörpers am Uttwiler Seeufer und im Verband mit dem Schloss und dem 'Bad'-Komplex.
Renovation: 2002/2003.
Dokumentation: Kulturschätze im Thurgau entdecken und erleben. Bearbeitet von Cornelia Stäheli. Fotos von Rolf A. Stähli. Frauenfeld 2003, S. 228. - Wepfer, Hans-Ulrich. Postkartenschöner Thurgau. Frauenfeld 1981. - Sie bauten den Thurgau: Die Architekten Brenner. Denkmalpflege im Thurgau 6. Frauenfeld 2004, S. 248/249. - Debrunner, Albert. Literaturführer Thurgau. Frauenfeld 2008, S. 94. - Schwarz, E. Uttwil Thurgau 1942. Romanshorn 1942. - Brühwiler, Ralph. Skizzen und Notizen aus Uttwil. Ein Spaziergang durch die Geschichte bedeutender Häuser. Hg. Gesellschaft Frohsinn Uttwil. Uttwil 2017, S. 13-17.
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