"Ehem. Benediktinerinnenkonvent St. Remigius, St. Walburga und St. Scholastika. Die Klosterkirche ist ein bemerkenswertes, typologisch wichtiges Beispiel der Vorarlberger Barockarchitektur. Gemäss Legende wurde das Kloster von Angela, der Tochter des engl. Königs Eduard I. gestiftet. Auf der Reise zu ihrem Bruder Abt Gregor von Einsiedeln (964-996) geriet sie in Seenot und gelobte, am Ort des wiedergewonnenen Ufers einen Hort frommer Frauen zu bauen. Geschichtlich belegt ist die Verlegung des abgegangenen konstanzischen St. Konradsspitals nach Münsterlingen (zwischen 1084 und 1100). Es bestand hier nur kurze Zeit, da 1125 schon eine nicht mehr mit ihm zusammenhängende Augustinerinnengemeinschaft genannt wird. Nach der Reformation Übernahme des Klosters am Seeufer durch Benediktinerinnen aus Engelberg. 1709-16 Neubau von Konventgebäude und Kirche am heutigen Standort nach Plänen von Franz Beer. 1838 wurden Teile der Konventbauten, nach der Klosteraufhebung 1848 die ganze Anlage durch das Kantonsspital belegt. Rest. 1963-79. (...) Ehem. Konventgebäude. Stattliches Geviert, geplant schon 1683, weiter landeinwärts erbaut 1709-13 durch Franz Beer unter Verwendung von Baumaterial des abgebrochenen Altklosters am See. Rest. 1970-75."
Bei der dendrochronologische Untersuchung von 2010 an der Dachkonstruktion von Konvent- und Kirchengebäude ergab die Auswertung für den Dachstuhl der Klosterkirche ein Fälldatum von 1716. Für die Dächer von Westflügel und Nordwesttrakt ist es wahrscheinlich, dass die Stämme ebenfalls zu dieser Zeit gefällt wurden.
Zwischen 1964 und 2000 diverse Renovationen mit Beiträgen der Denkmalpflege.
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