Kunstdenkmal von nationaler Bedeutung. Ehemalige Klosteranlage mit Klosterkirche. Heute genutzt als Hotelbetrieb und Tagungszentrum mit ausgedehnter Infrastruktur und Museum.
"Die Ausstattung der ehemaligen Klosterkirche zählt zu den reizvollsten Schöpfungen des schweiz.-süddt. Rokoko. In ihrer Burg gründeten drei Brüder des Truchsessengeschlechtes derer v. Ittingen Mitte 12. Jahrhundert eine dem heiligen Laurentius geweihte Augustinerpropstei. Nach deren Niedergang wurde sie 1461 vom Kartäuserorden übernommen und zu einer Kartause ausgebaut. Kartäuser verbinden ein Einsiedlerleben mit gemeinsamem Chordienst, was sich an den Bauten ablesen lässt: Um den kleinen Kreuzgang sind die Kirche und die Gemeinschaftsräume angeordnet, um den grossen Kreuzgang die Mönchshäuser. Die für die Selbstversorgung notwendigen Ökonomiebauten stehen innerhalb der Klostermauern, das Kulturland liegt anschliessend als abgerundetes Gebiet mit Rebbergen und Wald. Nach Aufhebung der Mönchsgemeinschaft 1848 diente die Kartause 1867-1977 einer Familie als Musterlandwirtschaftsbetrieb und historistisches Schloss, danach übernahm eine Stiftung die Anlage, restaurierte sie, baute sie aus und führt seit 1983 ein vielseitiges Kulturzentrum mit Seminar- und Sozialbetrieb, Kunst- und Ittinger Museum. Baulich ist der Kern der Klosteranlage noch mittelalterlich: Kirchenschiff sowie Teile des kleinen Kreuzganges und des Südflügels. Nach dem Ittinger Sturm 1524, dem durch Feuer auch das Archiv und die Bibliothek zum Opfer fielen, wurden die Ruinen wieder ausgebaut, wie die Jahreszahlen 1541 an der Refektoriumstür und 1550 am Kirchenportal belegen. In den folgenden Jahrhunderten erhielt die Kartause ihr heutiges Aussehen: 1593 wurde der romanische Lettner durch den gotischen ersetzt, 1604 der Südflügel nach Westen verlängert (Schaffnerei), 1621/29 die Mönchshäuschen und der grosse Kreuzgang in Stein errichtet. 1703 erweiterte Johannes III. Moosbrugger nach Plänen seines Bruders Kaspar die Kirche um ein ohrenartig auskragendes Altarhaus 1707 Ostflügel mit Sakristei, Kapitelsaal und Bibliothek, 1715-36 Westflügel (1756 innen völlig erneuert), Loggia-Anbau 1880; Ausbau der Nordwestecke der Anlage 1980-83 durch Rudolf und Esther Guyer."
Wiederaufbau der Nordzellen für das Kunstmuseum durch die Architekten Antoniol und Huber.
Dendrochronologische Datierung: 1551, 1601, 1604 - 1606, 1702, 1823 + ? Splint.
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